blackface ist überall
Dieter Hallervordens Berliner Schlosspark Theater löst mit dem Stück “Ich bin Rappaport” im Netz eine breite Diskussion zum Thema Rassismus2012 aus. Die Mädchenmannschaft hat dazu eine informative Summary unter dem Titel “Unglaublich, aber auch 2012 sind rassistische Traditionen noch rassistisch” verfasst.
Hmmm, ich kann die Rassissmus-Herleitung des historischen (?) “blackface” nachvollziehen und hoffe, dass aufgrund der massiven Diskussion im Netz über “Stück vs. Darstellung” (letztlich Inhalt vs. Form) auch andere Formen von Rassismus/Diskriminierung aufgedeckt/bewusst werden.
Doch kann man in dieser Analogie der Beweisführung noch heterosexuelle Schauspieler_innen homosexuelle Charaktere spielen lassen? Ist dann nicht auch die (übertrieben) tuntige, geschminkte, immer gut gelaunte, sexfixierte Zeichnung eines Schwulen oder die derbe, burschikose, rüpelhafte Darstellung von Lesben in Film und TV diskriminierend (aufgrund der sexuellen Identität)? Was ist mit Transsexuellen/Transidenten Protagonisten (vlg. Kölner Tatort Altes Eisen)?
Auch sie wurden (im 3.Reich) aufgrund willkürlich festgelegter äußerer Merkmale/Verhaltensweisen gesellschaftlich diskriminiert, staatlicher Willkür ausgesetzt, gefangen genommen und massenhaft hingerichtet.
Wo hört dramaturgische Freiheit auf und beginnt Diskriminierung von Farbigen, Homosexuellen, sozial Schwachen, Gering-Gebildeten, gesellschaftlichen Außenseitern allgemein … Juden, wenn sie (meist in Überzeichnung) in Kunstformen auftauchen und dort nicht von angehörigen der dargestellten Schicht/Rasse/Gruppe gemimt werden?





